Regeln der Test Durchführung

Regeln der Durchführung von IQ Tests

Grundlage des am meisten verbreiteten Intelligenztests, des HAWIK IV. Im Instsitut für Leistungsentwicklung kommt er zum Einsatz.
https://www.testzentrale.de/shop/wechsler-intelligence-scale-for-children-deutsche-ausgabe-fourth-edition.html

Ziel des IQ Tests ist es, das Leistungspotenzial zu ermitteln, d.h. der Testperson die Möglichkeit zu geben, im Test die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit zu erreichen. Dazu ist unbedingt erforderlich, dass die Testperson sich körperlich und seelisch wohl fühlt und der Testleiter ihr – im Rahmen der Richtlinien zur Testdurchführung – die nötige Freiheit einräumt. Der häufigste Fehler bei Intelligenztests – korrekte Testhandhabung vorausgesetzt – entsteht durch die Missachtung dieser in den Testhandbüchern angemahnten, methodisch zwingenden Voraussetzung.

So können IQ Tests, die in psychiatrischen Kliniken erhoben werden,  zu ungültigen Ergebnissen führen. Uns liegt zum Beispiel ein Fall vor, in dem die universitäre Teststelle BRAIN (Marburg) zu dem Ergebnis IQ 145 kam, die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitätsklinik Frankfurt am Main zu dem Ergebnis IQ 105. Beide Teststellen liegen außerhalb jeden Verdachts von methodisch fehlerhafter Durchführung. Die Diskrepanz ist auf die Verschiedenheit der subjektiven Situation der Testperson zurückzuführen.

Weiter führen die in manchen Schulämtern üblichen Nachtestungen durch Schulpsychologen zu Unterschätzungen des IQ. Uns liegen viele Fälle vor, in denen ein erster Test mehrfach nachgetestet wurde – im Wechsel mit niedergelassenen Psychologen, Ärzten und kommunalen Einrichtungen einerseits und Schulpsychologischen Diensten andererseits bis zu 6 Tests. Die schließlichen Ergebnisse nähern sich stets dem Durchschnittswert von IQ 100 an. Die Diskrepanz ist auf die Defensivsituation des Kindes zurück zu führen. Fehlentwicklung von hochbegabten Kindern und Jugendlichen können durch diese Verletzung der Testrichtlinien ausgelöst werden.

Die Sicherstellung einer stressfreien Ausgangssituation für die Testperson ist  eine in allen wissenschaftlichen Tests geforderte Voraussetzung für ein valides Ergebnis.

Viele Schulämter verfahren aber korrekt und nötigen nicht zu Nachtestungen. Für Hessen gilt: Das Kultusministerium erklärt die außerschulischen Testeinrichtungen ausdrücklich für zuständig (zum Erlass vom 11. Dez. 2013)

Interpretation der Ergebnisse

Die Bewertung der Ergebnisse orientiert sich nur zum Teil am Gesamtwert des IQ, obwohl nur dieser im Rahmen der schulrechtlichen Bestimmungen erfragt wird. Vielmehr wird hauptsächlich das sog. „Leistungsprofil“, d.h. die einzelnen Ergebnisse in ganz verschiedenen Leistungsbereichen, betrachtet und vor dem Hintergrund der individuellen Lebens- und Entwicklungssituation der Testperson interpretiert. Dies entspricht den internationalen Standards der Potenzial-Analyse.

Einhaltung von Standards

Die Testdurchführung am IGL folgt den Standards der internationalen Psychologen-Vereinigung. Außerdem werden die besonderen Standards, die zur Testung von Hochbegabten auf den Fachtagungen des Arbeitskreises „Hochbegabung“ im Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP) 2000 und 2001 beschlossen wurden, umgesetzt. Dabei geht es wiederum – neben der Verwendung möglichst aktueller Testverfahren mit maximaler Zuverlässigkeit – vor allem um die Art der Test-Durchführung. 

Anmerkung für Hessen:

Die Testdiagnostik des IGL erfüllt die von der Konferenz hessischer Schulpsychologen beschlossenen Standards für die Durchführung von Intelligenztests bei Hochbegabten, die im hessischen Amtsblatt veröffentlicht wurden

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